Haus Tao News - März 2018

Kontinuität der Praxis

 

«Kontinuität ist der Schlüssel zur Praxis»
(Ruth Denison)

Ein Blick zurück und nach vorn
In den 1970er-Jahren hat Marcel Geisser während seiner frühen Meditationsaufenthalte in Indien auch bei Ruth Denison Retreats gemacht. Eine alte Aufnahme aus dem Fotoalbum unseres Lehrers erinnert an diese Begegnungen:
 

 Indien, 1970er-Jahre: Ruth Denison (vorne), Marcel Geisser (links hinten).
Für Interessierte: Der Porträt-Film über Ruth Denison, 'Der lautlose Tanz des Lebens' (2016), ist noch bis Mitte April 2018 in der Arte Mediathek online.    

Etwas später organisierte Marcel eines der ersten Vipassana-Retreats in der Ostschweiz mit Ruth Denison.

Das eingangs erwähnte Zitat fasst eine wichtige Botschaft in Worte, mit der Ruth Marcel eindringlich auf die Wichtigkeit von Ausdauer und Beständigkeit in der eigenen Praxis hinwies. Viele Jahre später, vor seiner Weihe zum Dharmacharya, hob Zen-Meister Thich Nhat Hanh im Gespräch mit Marcel denselben Aspekt mit diesen Worten hervor:
 
«Geh langsam und stetig wie ein Elefant»
(Thich Nhat Hanh)


Der Elefant, Symbol für Ausdauer und Beständigkeit.
Pilgerreise in Indien, 2011.
 
Umsetzung im eigenen Leben
Was bedeutet Kontinuität für die eigene Meditationspraxis?

Je nach Interesse und Lebenssituation kann Ausdauer und Beständigkeit ganz verschiedene Formen annehmen und umfasst beispielsweise
 
  • die Teilnahme an einem oder mehreren Wochenend-Retreats pro Jahr:
    Im Frühling und Sommer 2018 z. B. an der Einführung in Zen (26.-29. April), am Retreat für Frauen (31. Mai-3. Juni) oder am Sommer-Retreat (23.-26. August), welches NEU den Dialog aus der Stille einbezieht;
  • ein längeres, z. B. 10-tägiges Retreat:
    Freie Plätze hat es 2018 im Herbst-Intensiv-Retreat (11.-20. Oktober) mit Marcel Geisser Roshi. Das diesjährige Oster-Intensiv-Retreat ist bereits ausgebucht; wer flexibel ist, kann sich gerne auf die Warteliste setzen lassen.
  • wöchentliche Termine und Achtsamkeitstage einer lokalen Meditationsgruppe;
  • kreative Formen der eigenen Alltagspraxis, allein oder mit anderen.

Das Haus Tao bietet vielseitige Möglichkeiten, Kontinuität in der eigenen Praxis passend zur eigenen Lebenssituation zu üben. Das aktuelle Angebot an unterschiedlichen Praxismöglichkeiten im Haus Tao findest Du hier. Ein Beispiel, das besonderes Gewicht auf die Stetigkeit legt, ist der

Jahres-Zyklus 2018
Seit langem bewährt, bieten wir jährlich einen Zyklus mit 4 Praxis-Wochenenden in einer kontinuierlichen Gruppe an. Die inhaltlich aufeinander abgestimmten Wochenenden sind 2018 den Themen Werden - Freude - Vergehen - Stille gewidmet. Das Thema führt als roter Faden durchs jedes Wochenende. Im Zentrum steht bei allen Zyklen die Regelmässigkeit der eigenen Übung. Die Praxis in einer mehrheitlich gleich bleibenden Jahresgruppe und die Möglichkeit der kompetenten Einzelbegleitung ist besonders geeignet, um das Verständnis des meditativen Prozesses zu vertiefen und zu inspirieren. Information und Anmeldung hier.

Praxis im Alltag
Bei der Praxis im Alltag sind Kreativität und Lebendigkeit wichtig. Hier sind die Formen unendlich vielfältig:
 
  • spielerische Erinnerungen zum regelmässigen Innehalten im eigenen Tun: am PC, bei herausfordernden Projektarbeiten und überall sonst;
  • bewusstes Gehen, Schritt für Schritt, präsent und klar: zum Drucker im Büro, beim Einkaufen oder wohin immer unterwegs;
  • gezieltes Kultivieren der Freude an kleinen Dingen: am seidigen Fell einer Katze, am Lächeln einer Kollegin, am wärmenden Sonnenlicht;
  • gemeinsame Praxis und Austausch mit anderen Praktizierenden bei sich zuhause oder in einer regionalen Gruppe.

Ein regelmässiger, immer wieder wacher Blick auf die eigene Praxis hält die Balance lebendig: Zwischen der geschickten Anpassung eingeschliffener und damit "leerer" Übungsformen. Und einem ausdauernden Weiterüben und "Dranbleiben" im Sinn einer vertieften Auseinandersetzung mit einer Methode über einen längeren Zeitraum und durch schwierige wie leichte Zeiten hindurch. 

In diesem Sinn: Lasst uns beständig und vertrauensvoll fortfahren in der Übung!

1. März 2018, Dipabodhi Dagmar Jauernig