Jahreszyklus 2022
Upaya - Geschickte Mittel

 
Ein neuer, 3-teiliger Jahreszyklus:

*   5. - 8. Mai        1. Teil:  Sangha und Zuflucht: Den Weg der Freiheit gemeinsam gehen. Mit Dagmar Jauernig
*   8. - 11. Sept.    2. Teil:  Meditation und Studium: Wissen und Weisheit im Sati-Zen. Mit Dagmar Jauernig
*  10. - 13. Nov.     3. Teil:  Karma-Yoga - Arbeit als Weg. Mit Marcel Geisser Roshi

Der Jahreszyklus bietet die Gelegenheit zur kontinuierlichen Vertiefung der eigenen Praxis. Die drei Wochenenden hängen inhaltlich zusammen und finden in einer konstanten Gruppe statt.
 
Inhalt des Jahreskurses
Um der Vielfalt der Lernenden gerecht zu werden, hat bereits Buddha selbst in den 45 Jahren seiner Lehrtätigkeit '84'000 Wege' gelehrt, wie es bildhaft ausgedrückt wird. Das Sati-Zen-Wiki, das wir im Frühling 2021 veröffentlicht haben, trägt diesem wichtigen Aspekt des Lernens und der Praxis Rechnung: Es basiert grundlegend auf dem Thema 'upaya - geschickte Mittel'. Was eine Methode zu einem upaya macht und welche Hilfsmittel in der Praxis der Sati-Zen-Sangha schwerpunktmässig geübt und vertieft werden, wird an den einzelnen Wochenenden anhand konkreter Beispiele präzise erläutert und praktisch umgesetzt. Dabei stehen zwei grundlegende Bereiche im Vordergrund:
  • upaya an Retreats
  • upaya im Alltag

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1. Wochenende: 5. - 8. Mai 2022
Sangha und Zuflucht: Den Weg der Freiheit gemeinsam gehen
Mit Dagmar Jauernig


Sangha hat verschiedene Bedeutungsebenen: Im Zusammenhang mit dem Ritual der Zuflucht bezeichnet die 'Edle Gemeinschaft' (arya sangha) die Sangha derer, die den Weg verwirklicht haben, also erwacht sind. Sangha ist hier als Vision, als Ausrichtung und Nordstern der Praxis zu verstehen. Gleichzeitig ist auch die Sangha der miteinander Übenden für die eigene Praxis wichtig. In jedem Moment konkret (er-)lebbar, als Inspiration wie als Herausforderung, ist sie ein sehr direktes hilfreiches Mittel (upaya), um eigene Identifikationen zu erkennen und die Ego-Konstruktion zu durchschauen. An diesem Wochenende werden die verschiedenen Aspekte von Sangha ergründet und alltagspraktische Rituale geübt.

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2. Wochenende: 8. - 11. September 2022
Meditation und Studium: Wissen und Weisheit im Sati-Zen
Mit Dagmar Jauernig


Die Zen-Praxis legt uns ans Herz, uns nicht mit einem rein intellektuellen, theoretischen Verständnis der Buddha-Lehre zu begnügen, sondern das Dharma direkt, in der eigenen Praxis und im Leben, zu ergründen und umzusetzen. Dass Zen gemeinhin als gegen den Intellekt gerichtet gesehen wird, beruht jedoch auf einem Missverständnis: dass sich direkte Erfahrung und intellektuelle Beschäftigung mit der Buddha-Lehre ausschliessen, ist nicht der Fall. Vielmehr geht es darum, um die Stärke und die Grenzen intellektueller Erkenntnis zu wissen und dies in der eigenen Praxis entsprechend zu berücksichtigen. An diesem Wochenende ergründen wir die Beziehung von Meditation und Studium und erforschen, was 'Lernen im Zen' heisst.

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3. Wochenende: 10. - 13. November 2022
Karma-Yoga - Arbeit als Weg
Mit Marcel Geisser Roshi
 

Bei der Arbeit als meditativer Praxis geht es nicht primär um die Optimierung von Abläufen und Ergebnissen, sondern um einen Weg der Selbsterkenntnis hin zu einem nicht zweckorientierten, ganz auf das Tun ausgerichteten Handeln, bei dem sich der bzw. die Arbeitende selbst genügt. Bei entsprechender Übung umfasst es weit mehr als konventionelles, 'durchorganisiertes' Tun: Hier klingt der Bereich des selbstlosen Handelns an - das 'Tun im Nicht-Tun'. An diesem Wochenende wird auch aufgezeigt, wie Karma-Yoga mit formeller Meditation und dem Ausüben von Ritualen zusammenhängt.

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Struktur der Wochenenden

Die Tage sind in klösterlicher Retreatstruktur gestaltet und finden vorwiegend im Schweigen statt. Die Praxis (Sitz-, Geh- und Arbeitsmeditation) wird präzise angeleitet und in Vorträgen alltagsbezogen erläutert. Die Inhalte werden durch Frage-Antwort-Stunden vertieft.
Marcel Geisser Roshi bietet an allen Wochenenden persönliche Praxisbegleitung durch Einzelgespräche an.
 

Teilnahmebedingungen

Interesse am Erforschen des eigenen Geistes und Bereitschaft zu einer kontinuierlichen Praxis, d. h. Teilnahme an allen drei Wochenenden, sind ideale Voraussetzungen für den Jahreskurs. 
An jedem Wochenende stehen einzelne Plätze für InteressentInnen zur Verfügung, die nur eines oder einzelne Wochenenden besuchen können.

Beginn:     jeweils Donnerstag, 19 h, mit einem leichten Nachtessen
Ende:        Sonntag, 14 h, nach dem Mittagessen
Kosten:     3 x Fr. 255.- (€ 225.-) für Unterkunft, Verpflegung und Organisation.
Honorar:  “Dana” für den Lebensunterhalt der Lehrenden.

Dana:  Entsprechend der buddhistischen Tradition fordern die Lehrenden kein festes Honorar. Dies wird von den Kursteilnehmenden nach freiem Ermessen am Ende des Kurses gegeben. Es ist das Haupteinkommen der Lehrenden.

Anmeldung